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Kasten eines einzonigen Friessarkophages
  • Kasten eines einzonigen Friessarkophages
  • Sarkophag
  • um 270
  • Fundort: unbekannt
    Herkunft (Allgemein): Ca. 1740 von G. Targioni Tozzetti in Vicopisano erworben und C. Rinuccini geschenkt. Vor 1848 in Florenz, Palazzo Rinuccini. Noch 1875 in dem Landhaus (Il Rinuccini) bei San Domenico unterhalb von Fiesole.
    Entstehungsort stilistisch: Rom oder Kampanien (Landschaft)
  • Marmor
  • 70 x 210 x 78 cm
  • Ident.Nr. 6596
  • Um 1740 von G. Targioni Tozzetti in Vicopisano erworben und C. Rinuccini geschenkt. 1910 von Wilhelm Bode dem Museum geschenkt.
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Jürgen Liepe
Beschreibung
Multimedia
Der Sarkophagkasten ist auf der Vorderseite mit vier verschiedenen Szenen dekoriert: Ganz links sitzt der Verstorbene vor seinem Haus auf einem Klappstuhl und liest in einer Schriftrolle. Er ist mit Tunika und Pallium sowie mit Schnürschuhen bekleidet, wodurch er als Bürger hohen Standes gekennzeichnet ist. Vor ihm liegt ein Bündel mit weiteren Schriftrollen.
Es schließt sich eine Weinernte an. In einem weitverzweigten Weinstock mit Blättern und Reben sind drei Eroten zu erkennen, die geerntete Reben in einem Korb sammeln. Ein vierter steigt auf einer Leiter – nur in wenigen Fragmenten erhalten - zu ihnen empor; ein fünfter füllt zwei am Boden stehende Körbe. Diese Darstellung ist als Allegorie des Herbstes zu verstehen.
Mittig folgt eine weitere Darstellung des Verstorbenen. Er ist mit einer gegürteten Tunika und einem im Rücken flatternden Mantel bekleidet und reitet über seine Ländereien, auf die er mit seiner erhobenen Linken verweist. Er hält in seiner Rechten eine Art Stab. Begleitet werden Reiter und Pferd von einem Hund, der neben dem Pferd herläuft. Ein Jüngling schreitet der Gruppe voran, blickt aber auf sie zurück. Dieser ist bekleidet mit Sandalen, Ärmelgewand und Tunika. Er hat einen Stock geschultert und hält in seiner Rechten einen Erfrischungskrug.
Ganz rechts folgt eine Olivenernte, die als Allegorie des Winters zu verstehen ist. In den Wipfeln dreier Olivenbäume füllen drei Eroten an den Ästen hängende Körbchen; zwei weitere steigen auf Leitern zu ihnen empor; ein sechster Eros füllt drei am Boden stehende Körbe.
Der Verstorbene demonstriert mit der Szenenauswahl seinen materiellen Wohlstand. Er hat sich als Gutsbesitzer verewigen lassen, der Herr über ein ansehnliches Heim, Weinberge und Olivenhaine ist. Doch neben dem aktiven Arbeitswirken kommt er auch dem besinnlichen Leben nach, indem er sich lesend hat darstellen lassen.


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