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Sog. Theusebios-Sarkophag
  • Sog. Theusebios-Sarkophag
  • Sarkophag
  • 1. Drittel 5. Jahrhundert
  • Fundort: unbekannt
    Entstehungsort stilistisch: Rom
  • Marmor
  • 59 x 96 x 40 cm
  • Ident.Nr. 17/61
  • 1961 im Kunsthandel in Rom erworben.
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Jürgen Liepe
Beschreibung
Aus einem älterem Architekturteil gearbeitet, wurde der Kasten des 4. Jahrhunderts später nochmals verwendet und mit einem ebenfalls umgearbeiteten Architekturteil als Deckel versehen. Dieser trägt ein Christusmonogramm und nennt in der zweispaltigen Inschrift ein dreizehn Monate altes Kind namens Theusebius, dessen Unschuld, Getauftsein und christliche Tugenden die Eltern Rufinus und Severa wortreich preisen in der Gewissheit, dass ihr Sohn „von Christus wiedergeboren“ wurde und den „Sitz des ewigen Lebens“ erlangt hat. Die Bildszenen – Maria mit dem Christuskind, den drei Magiern (einer davon im Hintergrund), der verstorbene Knabe im Habitus des Betens zwischen zwei bärtigen Aposteln (?), Noah in der Arche sowie das Quellwunder des Petrus – weisen auf Taufe, Glaube und Errettung. Kindersarkophage haben sich in großer Zahl erhalten und zeugen von der hohen Kindersterblichkeit der Antike. Überaus selten ist die antike Version der Heimreise der drei Magier: Sie entfernen sich ohne Geschenke von Maria und dem Kind, blicken aber noch einmal zu dem stehen gebliebenen Stern zurück. Bevor sie ihre Rückkehr antraten, wurde ihnen im Traum geboten, auf keinen Fall zu Herodes zurückzukehren (Matthäus 2, 12). Andere Quellen sprechen von der Erscheinung eines „Engels in Gestalt jenes Sterns, der ihnen zuvor Wegführer gewesen“ (Arabisches Kindheitsevangelium 7). In diesem Bild richtet der Stern mit eigener Stimme jenes Gebot an die bereits aufbrechenden Magier. Nur zwei weitere, erheblich spätere Sarkophage (ehemals in Marseille, jetzt verschollen und Mailand, San Celso) wiederholen das in der frühchristlichen Kunst bisher noch nicht identifizierte Bildthema. Seine frühesten Darstellungen glaubte man erst im beginnenden Mittelalter fassen zu können. Diese unterscheiden sich allerdings durch die Darstellung dreier schlafender Magier, denen ein Engel erscheint, der das Traumgebot verkündet.


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