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Kinderbildnis (Margarete Catharina Litten)
  • Kinderbildnis (Margarete Catharina Litten)
  • Bild
  • Sabine Lepsius (15.1.1864 - 22.11.1942), Malerin
  • 1895
  • Öl auf Leinwand
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  • Ident.Nr. NG 7/09
  • 2009 Geschenk der Tochter der Dargestellten
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Das wohlerzogene Mädchen in adrettem weißen Kleid stellt Margarete Catharina Litten (1889–1938) dar, eine Tochter von Moritz Litten, damals Chefarzt des jüdischen Krankenhauses in Berlin, und Fanny Traube, Tochter des verdienten Arztes Louis Traube an der Berliner Charité. Sabine Lepsius war der Familie Traube freundschaftlich verbunden: Mit Fannys Bruder Ludwig, einem Philologen und Paläographen, war sie in den 1880er Jahren kurzzeitig verlobt, und mit deren Schwester Margaritha unternahm sie verschiedene Reisen.
Mit vergleichbaren Kinderbildnissen der großbürgerlichen Berliner Gesellschaft tat sie sich in diesen Jahren in Ausstellungen hervor und baute ihren Erfolg auf. »Die Klaviatur des Ausdrucks besteht beim Kinde aus wenigen Tasten«, resümierte Lepsius später, »Freude, Zärtlichkeit und dann die schwarzen Tasten des Schmerzes und der Angst«. Als künstlerisch schwierig beschrieb sie die mangelnde Ausdauer der jungen Modelle, die »wie der Vogel im Flug erhascht und gemalt« werden müßten (S. Lepsius, Über Porträtmalerei, in: Deutsche Rundschau Berlin, März 1941, S. 141). Sie sah Kinder als eigenständige seelische Wesen, ganz so, wie es die schwedische Frauenrechtlerin Ellen Key in ihrem Bestseller »Das Jahrhundert des Kindes« (deutsche Erstausgabe 1902) formuliert hatte. »In seltener Einfühlungsgabe«, so der Kritiker H. Pattenhausen, stelle sie »das Kind wirklich als Kind dar […], bei dem der Intellekt noch schlummert, oder sich erst als freundliche Neugier oder schalkhafte Lebendigkeit äußert« (Malerische Kultur, in: Deutsche Allgemeine Zeitung, 31.3.1939). | Regina Freyberger


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links unten: Sabine Lepsius / 1895 [schwer leserlich]

AUSSTELLUNGEN
– Berliner Impressionismus, Werke der Berliner Secession aus der Nationalgalerie, Köln, Käthe Kollwitz Museum, 10.10.2013-26.1.2014
– Berliner Impressionismus, Werke der Berliner Secession aus der Nationalgalerie, Edenkoben, Schloss Villa Ludwigshöhe, 2.3.-17.8.2014
– Berliner Impressionismus, Werke der Berliner Secession aus der Nationalgalerie, Konstanz, Städtische Wessenberg-Galerie, 6.9.-16.11.2014

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Köln 2013: Berliner Impressionismus. Werke der Berliner Secession aus der Nationalgalerie, Ausst.-Kat. Käthe Kollwitz Museum, Köln, 10.10.2013-26.1.2014; Villa Ludwigshöhe, Edenkoben, 2.3.-17.8.2014; Städtische Wessenberg-Galerie, Konstanz, 6.9.-16.11.2014, S. 100, Kat.-Nr. 45
– Dorgerloh 2003: Annette Dorgerloh, Das Künstlerehepaar Lepsius. Zur Berliner Porträtmalerei um 1900, Berlin, Akademie, 2003, vgl. S. 199-215
– Lepsius 1941: Sabine Lepsius, Über Porträtmalerei, in: Deutsche Rundschau Berlin, März 1941, S. 138-143, vgl. S. 141
– Wesenberg 2009: Angelika Wesenberg, Sabine Lepsius: Kinderbildnis Margarete Litten von 1895, in: Museumsjournal, 23. Jg. (2009), H. 3 (Juli-Sept.), S. 30 mit Farbabb.
– Wesenberg/Verwiebe/Freyberger 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 520 mit Abb.


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