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Fragment eines Reliefs mit spielenden Knaben
  • Fragment eines Reliefs mit spielenden Knaben
  • Reliefplatte
  • 5. Jahrhundert
  • Entstehungsort stilistisch: Konstantinopel
  • Marmor
  • Höhe: 69 cm
    Breite: 96 cm
    Tiefe: 9 cm
  • Ident.Nr. 4690
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Jürgen Liepe
Beschreibung
Multimedia
Erhalten sind nur zwei Knaben und links außen die zeigende Hand einer dritten, vielleicht am Boden liegenden Figur. Beide Knaben tragen kurze, gegürtete Gewänder und Stiefel mit kurzem Schaft. Der rechte hält hinter seinem Rücken ein Tuch, so als ob er zuschlagen wolle. Der linke steht vor einer Art Basis in Dreiviertelwendung und blickt aus dem Bild heraus. Er erhebt seine Linke in einer Aufmerksamkeit heischenden Geste; mit der Rechten hält er das Ende eines Seils. Dargestellt ist ein uraltes Kinderspiel, noch heute unter dem Namen „Teufel an der Kette“ bekannt: Dabei wechseln mindestens drei Mitspieler in verschiedenen Spielrunden nach festen Regeln ihre Rollen: Ein „Opfer“, ein „Verteidiger“ und ein oder mehrere „Angreifer“. Das „Opfer“ ist oft an ein im Boden angepflocktes Seil gebunden und wird vom „Angreifer“ mit Tüchern, Mützen, Stricken oder gar Ruten geschlagen. Der „Verteidiger“ ist mit dem „Opfer“ durch das Seil verbunden und kann sich nur in kleinem Umkreis bewegen. Im Gegensatz zum „Opfer“ besitzt der „Verteidiger“ eine Waffe (ebenfalls Tuch, Mütze, Strick oder Rute), um das „Opfer“ vor den Schlägen der „Angreifer“ zu schützen und seinerseits einen der „Angreifer“ zu treffen. Sobald dies geschehen ist, müssen die Rollen wechseln: Aus dem geschlagenen „Angreifer“ wird ein „Opfer“, aus dem erlösten „Opfer“ wird ein „Verteidiger“ und aus dem erfolgreichen „Verteidiger“ wird ein „Angreifer“, so dass das Spiel von vorne beginnen kann. So lassen sich die beiden Knaben vielleicht bestimmen: Der linke ist das angebundene „Opfer“, das seinen Platz gerade verlassen hat. Der rechte Knabe ist einer der „Angreifer“. Dasselbe Bildthema findet sich bereits auf einem stadtrömischen Sarkophag des 3. Jh. im Vatikan.


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