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Widderträger
  • Widderträger
  • Fragment einer Tischstütze
  • 4. Jahrhundert
  • Entstehungsort stilistisch: Kleinasien
  • Marmor
  • Höhe: 63,5 cm
    Breite: 32,5 cm
    Tiefe: 21 cm
    Gewicht: 40,5 kg
  • Ident.Nr. 4/57
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Jürgen Liepe
Beschreibung
Nach etlichen Beispielen verwandter Tischstützen lässt sich das Berliner Fragment rekonstruieren: Über einem Podest war zunächst eine Basisplatte angebracht. Über dieser erhob sich ein Pfeilerschaft, mit dem die Hirtenfigur eine statische Einheit bildete, wie man an der Rückseite sehen kann. Auf der Basis saßen rechts und links je ein Schaf. Der obere Teil des Pfeilerschafts leitete mit einem vegetabil verzierten Aufsatz direkt zur marmornen Tischplatte über.
Der Hirt steht frontal in leichtem Kontrapost und trägt auf seinen Schultern ein Schaf, dessen Vorder- und Hinterbeine er mit der rechten Hand umklammert hält. In der linken Hand trug er einen Hirtenstab. Denkt man sich die beiden auf der Basis sitzenden und dem Hirten zugewandten Schafe hinzu, dann ergibt sich eine reizvolle Dreierkomposition.
Lange Zeit galt das Bild des Schafträgers als Allegorie des Guten Hirten Christus, doch zeigen gerade die zahlreichen, als Tischstützen verwendeten Darstellungen, die sämtlich dem privaten, auf jeden Fall dem profanen Bereich zugeordnet werden können, dass dieses seit alters vertraute bukolische Motiv im Laufe seiner Verwendung verschiedene Bedeutungen angenommen hatte. In der römischen Kaiserzeit und in der Spätantike galt der Schafträger vor allem als Sinnbild des Friedens und war in dieser Hinsicht zunächst ein religiös neutrales Motiv. Dass ein Christ sich beim Anblick des Bildes der neutestamentlichen Gleichnisse erinnern konnte, die vom Guten Hirten berichten, der das verlorene Schaf auf seinen Schultern zur Herde zurückträgt, muss deswegen nicht in Frage gestellt werden. Viele in der Spätantike verwendete Bilder konnten bei Bedarf mit konkreten religiösen Inhalten verbunden werden oder wurden ihnen allmählich angepasst.


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