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Kämpferkapitell
  • Kämpferkapitell
  • Kapitell
  • 2. Viertel 6. Jahrhundert
  • Entstehungsort stilistisch: Konstantinopel
  • Marmor
  • Höhe: 44,2 cm
    Breite: 54,6 cm
    Tiefe: 56 cm
    Durchmesser: Boden 34,6 cm
  • Ident.Nr. 22/92
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Antje Voigt
Description
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Kämpferkapitelle sind seit dem 1. Viertel des 6.Jahrhunderts nachweisbar. Bei dieser Kapitellform vollzieht sich der Übergang vom Rund der Säule zum Rechteck der Deckplatte fließend innerhalb des Kapitellkörpers. Der Reliefschmuck zwischen dem als Lorbeerblattstab ausgebildeten Halsring und der von einem Fries von Blattpalmetten umzogenen Deckplatte zeigt an den vier Kapitellecken stilisierte gestielte Pinienzapfen. Dazwischen ist auf jeder Seite ein fünflappiges Weinblatt ausgebreitet. An seinem unteren Ende setzen zwei schmale Blattwedel an, die, beiderseits nach oben schlängelnd, das Mittelblatt rahmend umgeben. Die Blätter sind durch feine, plastisch gebildete Blattrippen charakterisiert. Die einzelnen Blattlappen bilden an ihren Ansätzen tropfenförmige Zwischenräume aus. Ihre durch feine Kerben voneinander getrennten Blattfinger enden in dreieckigen Zacken. Die oberen drei Blattzacken berühren den rahmenden Blattwedel.
Der Weinblatt-Pinienzapfen-Dekor ist wie der Typus der Kämpferkapitelle erstmals im 1. Viertel des 6.Jahrhunderts zu fassen, wie ein Spolienkapitell mit dem Monogramm Kaiser Justins I. an San Marco in Venedig belegt. Der kräftig hinterarbeitete Dekor und die tiefen Zwischenräume zwischen den Blattkonturen rufen eine starke Hell-Dunkel-Wirkung hervor, die an justinianische à jour-Arbeiten des 2. Viertels des 6.Jahrhunderts erinnert. Das ist zusammen mit dem Blattstil bestimmend für eine Datierung des Kapitells in diesen Zeitraum (vgl. Inv.21/92).
Das Material erweist die Herstellung in den Werkstätten auf der Prokonnesos, der Insel mit den Marmorsteinbrüchen im Marmarameer. Dort wurde vor allem für die Hauptstadt Konstantinopel, aber auch für den Export in den gesamten Mittelmeerraum gearbeitet.
Herkunftsort und Gebäude sind unbekannt.


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