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Zwei Fragmente eines Ärmels mit Inschrift
  • Zwei Fragmente eines Ärmels mit Inschrift
  • Kleidung, Fragment
  • Georg Schweinfurth (29.12.1836 - 19.9.1925), Ausgräber
  • verbale Datierung: 8.-10. Jahrhundert
  • Fundort: Ägypten, Faijum: Arsinoe/Krokodilopolis
  • Wolle in Leinwandbindung, Streifen gewirkt und broschiert
  • 28 x 35 cm
  • Ident.Nr. 10065
  • 1886 von Georg Schweinfurth in Krokodilopolis (Arsinoe) geborgen; laut Inventar aus Depotbeständen, vermutlich 1887 mit anderen Textilien von Schweinfurth an die Ägyptische Abteilung der Königlichen Museen zu Berlin übergeben und 1934/1935 an die Altchristlich-Byzantinische Sammlung (heute Museum für Byzantinische Kunst) übertragen und nachträglich inventarisiert
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Antje Voigt
Description
Multimedia
Der in zwei Fragmenten erhaltene Ärmel ist aufgetrennt und flach ausgelegt. Es handelt sich um einen durch seitlichen Einschlag der unteren Ecken verschmälerten Ärmel. Das Grundgewebe, das vermutlich dem der Tunika entspricht, ist vergleichsweise fein und hat einen Krepp-Charakter, der durch beim Spinnen überdrehte Fäden erzeugt wird. So musste der vermutlich stark beanspruchte Ärmelabschluss durch ein unterlegtes Leinengewebe verstärkt werden.
Nahe dem Ärmelabschluss verläuft ein Streifen mit einer Inschrift, die an den Längsseiten von gereihten Schmuck-Motiven und an den Schmalseiten von je einem Kreuz eingefasst wird. Die koptische Inschrift lautet nach der Lesung und Übersetzung von C. Fluck: „Oh Gott, Logos, schütze unseren geliebten Sohn Damian, Amen.“ Ein schriftliches Bittgesuch auf Kleidung, das den christlichen Glauben des Trägers zum Ausdruck bringt, ist verhältnismäßig selten. Die Tunika muss jedoch nicht zwangsweise von einem Kleriker stammen oder einen liturgischen Charakter haben, da auch Laien ihre Kleidung mit christlichen Symbolen und Darstellungen schmückten.

Petra Linscheid (2011)


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