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Fragment eines Tuches mit einfachen Randstreifen
  • Fragment eines Tuches mit einfachen Randstreifen
  • Gewebe, verziert
  • Georg Schweinfurth (29.12.1836 - 19.9.1925), Ausgräber
  • verbale Datierung: 4./8. Jahrhundert

  • Fundort: Ägypten, Faijum: Arsinoe/Krokodilopolis
  • Grundgewebe und Streifen aus Wolle, Leinwandbindung
  • Höhe x Breite: 15 x 22,5 cm
  • Ident.Nr. 10034
  • 1886 von Georg Schweinfurth in Arsinoe ausgegraben, wahrscheinlich 1934/1935 mit anderen Textilien aus der Sammlung Schweinfurht von der Ägyptischen Abteilung (heute Ägyptisches Museum und Papyrussammlung) übertragen und nachträglich inventarisiert
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Antje Voigt
Beschreibung
Der Grund des wollenen Gewebefragmentes aus der Randpartie eines Tuches ist aus melierten Fäden gewebt: hierzu wurden naturbraune Fasern in verschiedenen, hellen und dunklen Farbtönen miteinander versponnen. An der erhaltenen Gewebekante wurden die Kettfadenenden entlang der Kante diagonal verflochten, um die Fadenenden zu sichern und gleichzeitig das Gewebe dekorativ abzuschließen. Die Kante wird von einem schmalen rotbraunen Streifen begleitet.
Mit wenigen Zentimetern Abstand verläuft parallel zum Rand ein breiter rotbrauner Streifen, der an den Längsseiten mit hellen Linien eingefasst ist. Das Einweben von Streifen ist die einfachste Art, einen Stoff zu verzieren, wird doch nur die Farbe des Schussfadens gewechselt. Die Schussfäden müssen dann wie beim vorliegenden Stück dicht eingetragen werden, um die andersfarbige Kette zu verdecken. Hierdurch bekommt das Gewebe eine Rippenstruktur in Kettrichtung.
Einfache Randstreifen und geflochtene Randabschlüsse finden sich sowohl an Tuniken als auch an Tüchern. Da das vorliegende Fragment keine Nähte aufweist, handelt es sich wahrscheinlich um ein Tuch mit einfachen Randstreifen, wie sie zahlreich aus Arsinoe/Krokodilopolis, der Hauptstadt der Oase Faijum in Mittelägypten, erhalten sind. Dieses Tuch könnte als Manteltuch zur Bekleidung, aber auch als Decke im häuslichen Bereich gedient haben.

Text von P. Linscheid (2010), bearbeitet von C. Fluck (2017)


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