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Fragmente einer Tunika
  • Fragmente einer Tunika
  • Kleidung
  • Georg Schweinfurth (29.12.1836 - 19.9.1925), Ausgräber
  • verbale Datierung: 7./9. Jahrhundert
  • Fundort: Ruinen von Krokodilopolis / Arsinoe
    Ägypten (Land/Region)
  • Wolle
  • Höhe x Breite: 30 x 31 cm (9307)
  • Ident.Nr. 9307 /1-3/2010 / 19/2010
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Antje Voigt
Description
Multimedia
Von der Tunika aus graugelber Wolle sind neun Fragmente bewahrt, von denen sechs in ihrer originalen Lage entsprechend montiert und auf dem Foto zu sehen sind. Erhalten sind zwei Fragmente der Schulter- und Halspartie, zwei Ärmelfragmente, vier kleine Stücke aus dem Grundgewebe und ein runder Besatz. Ein Fragment des Grundgewebes mit zwei Quernähten zeigt, dass die Tunika aus drei separaten, in Form gewebten Stücken zusammengesetzt war. Die Kette verlief bei der fertigen Tunika horizontal.
Die Tunika ist mit clavi, runden Besätzen, Ärmelborten und Halsborte verziert. Diese wurden separat hergestellt und dann auf das Grundgewebe aufgenäht. An den beiden Schulter- und Halsfragmenten sind die oberen Abschnitte der senkrecht auf Vorder- und Rückenteil der Tunika verlaufenden clavi zu sehen. Die clavi zeigen auf rotbraunem Grund helle, untereinander gereihte Blütenstängel, von einem Rand aus braunen Winkelmotiven begrenzt. Die Leserichtung des Musters dreht auf Schulterhöhe um. Nahtreste auf einem der Grundgewebefragmente belegen, dass der clavus mit einem sigillum abschloss. Auf Schulterhöhe sitzen zwei runde Besätze, die das Muster der clavi aufgreifen und radial um ein rundes Mittelfeld arrangieren.
Die Halsöffnung wurde rund ausgeschnitten. Zwei keilförmige Einschnitte in der Schulterachse erleichtern das An- und Ausziehen. Die Halsöffnung ist mit einer umlaufenden, durch mehrere Abnäher gebogenen Borte eingefasst. Das Muster der Borte besteht aus einer hellen Ranke mit abzweigenden Blättern auf rotbraunem Grund. Halbierte Rosetten an den Rändern imitieren einen Ausschnitt aus einem Endlosmuster.
Die Ärmel waren ursprünglich zusammengenäht. Heute ist die Verbindungsnaht gelöst, und der Ärmel ist ausgebreitet. Durch einen Einschlag der unteren Ecken verschmälerten sich die Ärmel zum Abschluss hin. Die äußeren fünf Zentimeter blieben offen, um das An- und Ausziehen zu erleichtern.
Der Ärmelabschluss ist mit zwei parallelen Borten verziert, von denen die äußere der Halsborte entspricht, die innere das Muster der clavi und der runden Schulterbesätze aufgreift.
Ein weiterer, den Schulterbesätzen entsprechender Besatz, der hier nicht abgebildet ist, stammt wohl aus dem Kniebereich der Tunika.


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