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Borte von der Brustpartie eines Kleides
  • Borte von der Brustpartie eines Kleides
  • Kleidung, Fragment
  • 6./7. Jahrhundert
  • Fundort: Ägypten, Faijum: Arsinoe/Krokodilopolis, aus den Ruinen
  • Material: Wolle; Musterung: Wolle & Leinen, Technik: Brettchenweberei; Musterung durch Broschier- und Lancierschüsse
  • 38,5 x 3,5 cm
  • Ident.Nr. 10/2010
  • 1886 von Georg Schweinfurth in Krokodilopolis (Arsinoe) geborgen, 1887 von ihm an die Ägyptische Abteilung der Königlichen Museen zu Berlin übergeben, 1934/1935 an die Altchristlich-Byzantinische Sammlung (heute Museum für Byzantinische Kunst) übertragen
    Erwerbungsdatum: 1934/1935
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Antje Voigt
Beschreibung
Die vorliegende braunrote Borte ist in der Technik der Brettchenweberei hergestellt. Hierbei verlaufen die Kettfäden durch gelochte Brettchen. Dreht man die Brettchen, verdrehen sich die Kettfäden und bilden ein neues Fach, durch welches der Schuss geführt wird. Diese Bandweberei konnte wegen der einfachen und handlichen Geräte in Heimarbeit ausgeführt werden.
Auf der Borte sind abwechselnd jeweils eine strichartig vereinfachte frontale Figur, eine Rosette und zwei Vögel dargestellt. Die Motive entstanden durch zusätzlich mitgeführte, ungefärbte, graugrüne und türkisfarbene Broschier- und Lancierschüsse.
Die Borte ist durch zwei Abnäher, die unten im Fragment sichtbar sind, um 180 Grad umgebrochen und damit doppelt gelegt. Die inneren Längsseiten der Bortenabschnitte wurden aneinandergenäht.
Auf der Rückseite der Borte sind Reste des ungefärbten leinenen Kleides erhalten, auf dem die Borte einst befestigt war. Auf den oberen 10 Zentimetern des vorliegenden Fragmentes ist das Grundgewebe unterhalb der Borte senkrecht geschlitzt. Ein wahrscheinlich ehemals vorhandener Untertritt ist heute ausgerissen. Die Borte ist in dem den Schlitz bedeckenden Bereich mit einem verstärkenden Leinengewebe unterlegt. Wahrscheinlich handelt es sich beim vorliegenden Fragment um eine geschlitzte Brustpartie: Die mit Borte besetzte und verstärkte Kante konnte über dem Brustschlitz vor- und zurückgeschlagen werden, um das Kleid an Hals und Brust zu öffnen und zu verschließen. Vergleichbare Kleider mit Brustschlitz haben häufig einen durch Seitenkeile ausgestellten Schnitt.

Petra Linscheid (2010)


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