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Fragment eines Besatzes mit figürlicher Darstellung
  • Fragment eines Besatzes mit figürlicher Darstellung
  • Gewebe, verziert
  • verbale Datierung: 7./10. Jahrhundert
  • Entstehungsort stilistisch: Ägypten
  • Wolle & Leinen
  • Höhe: 24 cm
    Breite: 20,7 cm
  • Ident.Nr. 4604
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Antje Voigt
Description
Multimedia
Die Wirkerei war vermutlich Teil eines rechteckigen Besatzes oder einer breiten Borte mit einer Reihe figürlich gestalteter Medaillons. Das zentrale Bildmotiv ist oben und im linken Bereich zerstört. Es wird gerahmt von einer doppelstreifigen Borte mit polychromen, verzahnten Winkelmotiven außen und einer stilisierten Weinranke innen. In der Bildzone ist trotz Beschädigung eine frontal stehende Figur mit Nimbus zu erkennen. Sie trägt eine mit Clavi verzierte Tunika und hält einen bogenartigen Gegenstand mit kleinen Dreieckmotiven vor sich. Hinter ihrem Rücken ist ein langer Blattstab zu erkennen. Auf der linken Seite ist der Unterkörper einer weiteren, in ein langes Gewand gekleideten Figur zu sehen, die sich, ausgehend von der Fußstellung, nach links zu wenden scheint. Unter den beiden Gestalten bewegen sich zwei Vierbeiner aufeinander zu, von denen der rechte teilweise zerstört ist.
Die Bildkomposition erinnert in ihrem Aufbau an die Berufungsszene auf dem unter Inv. 6965 besprochenen zyprischen Silberteller (Nikosia Inv. J 454). Der Figurenstil entspricht einigen Darstellungen von Episoden aus der Davidsgeschichte auf breiten Saumborten von Tuniken. Die einzelnen Szenen sind dort in Medaillons gefasst und aneinandergereiht. Insofern ist nicht auszuschließen, dass die Figuren auf dem Berliner Fragment zur Davidsgeschichte gehören. Mit einigem Vorbehalt könnte man in dem bogenförmigen Gegenstand eine missverstandene Leier erkennen. Auch sonst fehlen einige Details, die eine sichere Deutung erlauben. Ikonographisch sehr ähnliche Paardarstellungen finden sich zum Beispiel auf Wirkereien mit den Taten des Herakles oder aus dem Mythos von Daphne und Apoll. Wenn auch eine eindeutige Identifizierung der Szene auf diesem Fragment nicht möglich ist, so besteht zumindest eine enge Verwandtschaft zu den bekannten Davidswirkereien.

Cäcilia Fluck (2017)


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