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Schreiben (Abschrift) Freiherr von der Goltz [gez.] in Tientsin (Kaiserlich Deutsche Gesandtschaft für China), vom 12.10.1900 an den Geheimrat [Adolf Bastian]. Bezüglich des Schreibens von [Bastian] vom 30.August. Bastians Sorge, dass Gegenstände von kulturhistorischem Wert zerstört werden. von den Goltz schreibt, dass es wohl zu spät sei Maßnahmen zu ergreifen, da während der Belagerung der Gesandtschaften durch die Boxer, die Handlin-Akademie, mit der wertvollen Bibliothek und Handschriftensammlung in Brand gesteckt wurde. Zudem kam es gleich nach der Einnahme von Peking zu Plünderungen der beteiligten Truppen. Japaner, Engländer, Amerikaner und Russen führten systematische Entnahmen aus dem Kaiserpalast, der Prinzenresidenzen, der Ministerien, Tempel, Pfandhäuser und Läden durch. Russische Truppen hätten aus dem Pekinger Wohnpalast des Kaisers, und der Kaiser Witwe sowie aus den Sommerresidenzen in Wan-shau-shau und J-ho-yuau alle Wertgegenstände entwendet. Darunter Seidenstickereien, Porzellane, Bronzen, Jade etc. Durch die englische Armee Verwaltung seien die geplünderten Gegenstände bereits asl Regierungseigentum deklariert worden. Es werden diese dann auf Auktionen an Privatpersonen verkauft. Goltz empfiehlt die Entsendung eines Sachverständigen seitens der Generalverwaltung, um solche Kunstgegenstände käuflich zu erwerben.
  • Schreiben (Abschrift) Freiherr von der Goltz [gez.] in Tientsin (Kaiserlich Deutsche Gesandtschaft für China), vom 12.10.1900 an den Geheimrat [Adolf Bastian]. Bezüglich des Schreibens von [Bastian] vom 30.August. Bastians Sorge, dass Gegenstände von kulturhistorischem Wert zerstört werden. von den Goltz schreibt, dass es wohl zu spät sei Maßnahmen zu ergreifen, da während der Belagerung der Gesandtschaften durch die Boxer, die Handlin-Akademie, mit der wertvollen Bibliothek und Handschriftensammlung in Brand gesteckt wurde. Zudem kam es gleich nach der Einnahme von Peking zu Plünderungen der beteiligten Truppen. Japaner, Engländer, Amerikaner und Russen führten systematische Entnahmen aus dem Kaiserpalast, der Prinzenresidenzen, der Ministerien, Tempel, Pfandhäuser und Läden durch. Russische Truppen hätten aus dem Pekinger Wohnpalast des Kaisers, und der Kaiser Witwe sowie aus den Sommerresidenzen in Wan-shau-shau und J-ho-yuau alle Wertgegenstände entwendet. Darunter Seidenstickereien, Porzellane, Bronzen, Jade etc. Durch die englische Armee Verwaltung seien die geplünderten Gegenstände bereits asl Regierungseigentum deklariert worden. Es werden diese dann auf Auktionen an Privatpersonen verkauft. Goltz empfiehlt die Entsendung eines Sachverständigen seitens der Generalverwaltung, um solche Kunstgegenstände käuflich zu erwerben.
  • Conrad von der Goltz (7.3.1857 - 22.4.1917), Absender
    Adolf Bastian (26.6.1826 - 3.2.1905), Empfänger
  • 1900 (12.10.1900)
  • Absendeort: Tientsin (China)
  • Ident.Nr. E 1008/1900
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Archiv
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


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