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  • Polen-Teppich (Knüpfteppich)
  • Anfang 17. Jahrhundert
    Datierung engl.: early 17th century
  • Herkunft (Allgemein): Iran (Land)
    Herkunft (Allgemein): Isfahan (Ort)
  • Kette: Baumwolle; Schuss: Baumwolle, Seide, broschiert; Knoten: Seide, asymmetrisch, V 55, H 62 pro 10 cm
  • Höhe: 210 cm
    Breite: 143 cm
  • Ident.Nr. I. 23
  • Sammlung: Museum für Islamische Kunst
  • © Foto: Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Johannes Kramer
Description
Multimedia
Vollständig erhaltener sogenannter Polen-Teppich. Auf einem heute beigefarbenen Grund ist ein mehrfarbiges verblasstes Muster zu erkennen, welches ursprünglich wahrscheinlich aus einem dunklen Blau, kräftigem Lachsrot, Grün und Gelb bestand. Der aus Seide bestehende Flor verblasste im Laufe der Zeit, so dass die Farben matt erscheinen. Auch die zum Teil silbernen und goldenen Broschierungen sind allmählich oxidiert.
Das Muster besteht im Zentrum aus einem Medaillon mit floralem grünlichem Umriss. Innerhalb des Medaillons sind vier Blüten kreuzförmig um eine zentrale Blüte angeordnet und sind mit einer dunkelblauen filigranen Blütenranke verbunden. Die verschiedenen Rankensysteme mit Blüten um das Medaillon zeigen eine Symmetrie.
Die Komposition wird von einer Hauptbordüre umrahmt, die auf bräunlichem Grund ein reziprokes Zinnenmuster aufweist, wobei die Zinnen ebenfalls an stilisierte Blüten erinnern. Zwei schmale Nebenbordüren laufen entlang der Hauptbordüre und sind ebenfalls mit Blüten und Blattmotiven verziert.
Der Teppich ist teilweise mit Farbe angemalt, um die Konturen oder Farbfelder zu füllen.
Ein wichtiges Merkmal dieser Art von Teppichen ist die Verwendung von Seide für den Flor und goldene sowie silberne Metallfäden für besondere Musterakzente, vergleichbar mit I. 27/68. Da einige Teppiche aus dieser Gruppe polnische Adelswappen aufweisen, wurden sie als Polen-Teppiche bezeichnet. Die Herkunft und Datierung der Teppiche sind durch Schriftquellen gut dokumentiert: Hergestellt wurden sie in safawidischen Manufakturen in Isfahan zwischen dem 16. und dem 17. Jahrhundert und waren vor allem als diplomatische Geschenke für europäische Höfe bestimmt.


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