SMB-digital

Online-Datenbank der Sammlungen

Ein Schiff auf dem Meere von Delphinen umschwärmt
  • Ein Schiff auf dem Meere von Delphinen umschwärmt
  • Bild
  • August Kopisch (26.5.1799 - 6.2.1853), Maler
  • um 1826/1828
  • Öl auf Leinwand
  • 20,5 x 34 cm
  • Ident.Nr. NG 5/14
  • 2014 Ankauf aus dem Auktionshaus Grisebach, Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Wie kein Zweiter hat August Kopisch in seinem Werk Malerei, Dichtung, Forschergeist und Erfindungskraft vereint. Der 1799 in Breslau geborene Künstler machte sich einen Namen, als er 1826 auf der Insel Capri die Blaue Grotte entdeckte, die seither ein Magnet für Touristen ist. Zu seinen Hauptwerken zählt die Neuübersetzung von Dantes »Göttlicher Komödie« (veröffentlicht 1842). Am bekanntesten wurde er jedoch durch sein bis heute beliebtes Gedicht »Die Heinzelmännchen«, das innerhalb einer Gedichtsammlung erstmals 1836 erschien.
Als Maler schuf Kopisch Werke von ganz eigener poetischer Strahlkraft. Bengalisches Feuerwerksblau oder schwelgerisches Sonnenuntergangsrot waren seine bevorzugten Farben, mit denen er Lichtphänomene eindrucksvoll wiederzugeben wußte. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV., den Kopisch 1828 in Italien kennenlernte, wurde zum wichtigsten Förderer und Sammler seiner Kunst. 1840 ist Kopisch zum Hofmaler und Kunstbeirat ernannt worden, 1844 erhielt er den Professorentitel. Auf den Berliner Akademieausstellungen präsentierte er ab 1832 regelmäßig seine Werke; 1834 wurde dort das Gemälde »Ein Schiff auf dem Meere von Delphinen umschwärmt« gezeigt. Dargestellt ist der Golf von Neapel mit dem rauchenden Vesuv bei Sonnenuntergang, gesehen von der Nordküste der Insel Capri. Vorn gleitet ein Segelschiff, das an Bilder von Caspar David Friedrich denken läßt. Etwa zwanzig Delphine – Tiere die für Intelligenz, Kraft und Kommunikation stehen und auch ›Engel der Meere‹ genannt werden – folgen dem Segler und erzeugen ein wundersames Ornament auf der Meeresfläche. Die über der Sorrentiner Halbinsel untergehende Sonne taucht die Komposition in stark leuchtende, fast neonhafte Rot-, Orange- und Violettöne. | Birgit Verwiebe


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: A. Kopisch fec.

AUSSTELLUNGEN
– 28. Kunstausstellung der Königlichen Akademie der Künste, Berlin, Königliche Akademie der Bildenden Künste, 1834

LITERATUR
– Aukt.-Kat. Berlin 2014: Frühjahrsauktionen 2014, Kunst des 19. Jahrhunderts, Auktionskatalog Villa Grisebach, Berlin, 28.-31.5.2014, Auktion 222, Los 137
– Ausst.-Kat. Berlin 1834: 28. Kunstausstellung der Königlichen Akademie der Künste. Verzeichniß der Werke lebender Künstler, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin, 1834, S. 35, Kat.-Nr. 405
– Ausst.-Kat. Berlin 2016: August Kopisch. Maler, Dichter, Entdecker, Erfinder, hrsg. v. Udo Kittelmann und Birgit Verwiebe, Ausst.-Kat. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 19.3.-17.7.2016, S. 79, Kat.-Nr. 1
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig 1891, Bd. I, 2, S. 774, Nr. 9
– Kopisch 1856: August Kopisch, Gesammelte Werke, 5 Bde., hrsg. v. Karl Bötticher, Berlin, Weidmann, 1856
– Scheyer 1967: Ernst Scheyer, Zu Briefen von und an August Kopisch. Aus seiner Kunstakademie-Zeit 1814-1824, in: Aurora, Eichendorff-Almanach, Regensburg 1967, S. 76, Abb. 6
– Wesenberg/Verwiebe/Freyberger 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 464 mit Abb.


SMB-digital steht unter einer
Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können Sie bei der bpk-Bildagentur
unter www.bpk-bildagentur.de erhalten.