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Kaunos
  • Kaunos
  • Münze
  • ca. 450-410 v. Chr.
  • Land: Türkei (Land)
    Region: Karien (Region)
    Münzstätte/Ausgabeort: Kaunos
  • Nominal: Stater, Material: Silber, Stempelstellung: 12, Herstellungsart: geprägt
  • Gewicht: 11,55 g
    Durchmesser: 20-23 mm
  • Ident.Nr. 18216583
  • Sammlung: Münzkabinett | Antike | Griechen, Archaik und Klassik (-650 bis -336)
  • © Foto: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Dirk Sonnenwald
Description
Vorderseite: Iris im Knielauf nach l., den Kopf nach r. gewendet. Sie trägt einen faltenreichen, gegürteten Chiton, die Flügel sind wie die Arme an beiden Seiten des Körpers ausgestreckt, in den Händen Heroldstab (kerykeion) und Kranz.

Rückseite: Ein dreieckiges Objekt (Kultstein?) mit zwei Schlaufen an der Spitze wird von jeweils einem vogelartigen Wesen flankiert. Im l. F. ein Δ (auf der Spitze stehend). Das Ganze in vertieftem quadratum incusum.

Kommentar: Der wie ein auf dem Kopf stehendes griechisches Delta aussehende karische Buchstabe bedeutet 'Kh'. Khbid lautete der Stadtname von Kaunos auf karisch. Die weibliche Figur der Münzvorderseite wurde auf Grund eines Kranzes in ihrer Hand als Nike identifiziert. Konuk (1998) benennt sie aber als Iris, da sie in der anderen Hand ein Kerykeion trägt, welches nicht zu den Attibuten Nikes, wohl aber zu jenen von Eirene oder Iris gehört. Iris wird gewöhnlich mit Kranz und Kerykeion als Botin der Götter gezeigt, Konuk sieht eine Verbindung zwischen der Götterbotin und Personifikation des Regenbogens und dem Kultstein, der auf der Rückseite gezeigt ist. Häufig wurden nämlich Meteoriten als heilige Steine verehrt, da man glaubte sie seien direkt von den Göttern gesandt. Bei dem Δ auf dem Kopf handelt es sich um einen karischen Buchstaben, der wohl einem K entspricht. Dadurch wird eine Zuschreibung an die Münzstätte Kaunos, eine Stadt mit großem Hafen und ein Warenumschlagplatz im südwestlichen Kleinasien, wahrscheinlich.

Literatur: J. N. Svoronos, Sternbilder als Münztypen, ZfN 16, 1888, 219 Taf. 10, 5 (dieses Stück, Mallos in Kilikien zugewiesen); K. Regling, Die antike Münze als Kunstwerk (1924) Nr. 272 Taf. 12 (dieses Stück); C. M. Kraay - M. Hirmer, Greek Coins (1966) 360 Nr. 637 Taf. 187 (dieses Stück, unbestimmt karisch, 450-430 v. Chr.); Schultz (1997) Nr. 102 (dieses Stück, unbestimmte Münzstätte in Karien, 450-430 v. Chr.); K. Konuk, The Early Coinage of Kaunos, in: R. Ashton - S. Hurter (Hrsg.), Studies in Greek Numismatics in Memory of M. J. Price (1998) 208 Nr. 95 a Taf. 49 (dieses Stück, 430-410 v. Chr., Kaunos zugewiesen). Vgl. zum karischen Buchstaben: M. Meier-Brügger, Zu den Münzlegenden von Karien, Kadmos 37, 1998, 42-46.

Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18216583


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