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Brandenburg: Jacza von Köpenick
  • Brandenburg: Jacza von Köpenick
  • Münze
  • Jacza von Köpenick (1150-1176?), slawischer Fürst, Fürstentum, Münzherr
  • 1155-1157
  • Land: Deutschland (Land)
    Region: Brandenburg (Region)
    Münzstätte/Ausgabeort: Brandenburg an der Havel?
  • Nominal: Brakteat, Material: Silber, Herstellungsart: geprägt
  • Gewicht: 0,83 g
    Durchmesser: 26 mm
  • Ident.Nr. 18216632
  • Sammlung: Münzkabinett | Mittelalter | Hochmittelalter (900 bis 1250)
  • © Foto: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)
Beschreibung
Vorderseite: Nach links sitzender Jacza mit Schwert in der Rechten und Palmzweig in der Linken. Links und rechts ein Kuppelturm.

Kommentar: Über die Person Jaczas (Jaxa, Jazco), der sich auf den Brakteaten selbst 'de Copnic' nennt, und den Entstehungsort seiner Brakteaten ist viel geschrieben, aber bisher keine endgültige Klarheit erzielt worden. Jacza war ein Verwandter des Hevellerfürsten Pribislav-Heinrich. Als nach dessen Tode 1150 Albrecht der Bär dessen Gebiet um Brandenburg besetzte, suchte Jacza in Polen Rückhalt, um seine eigenen Erbansprüche durchzusetzen. Mit polnischer Hilfe eroberte er vermutlich 1153 die Brandenburg und ließ dort wahrscheinlich bereits eigene Münzen ausgeben. 1157 wurde er nach längerer Belagerung durch Albrecht den Bären wieder aus der Brandenburg vertrieben. In dem danach gefundenen politischen Kompromiß zwischen Deutschen und Slawen ist Jacza vermutlich mit einer souveränen Stellung als Fürst von Köpenick abgefunden worden. Er hat mit diesem Titel Münzen geprägt, deren Münzstätte wohl in Köpenick selbst zu vermuten ist. Die polnische Forschung identifiziert Jacza von Köpenick mit Jacza von Miechów, der seit ca. 1150 als Paladin eine der höchsten politischen Positionen in Polen bekleidete und 1176 starb. - Zu den in Brandenburg 1153/54-1157 gemünzten Brakteaten Jaczas gehört dieses Stück, das ohne Schrift ist und dadurch von den anderen Jacza-Brakteaten stark abweicht. Diese Schriftlosigkeit, das Fehlen des nach 1157 regelmäßig von Jacza gebrauchten Titel 'de Copnic', spricht für die Entstehung in Brandenburg.

Literatur: E. Bahrfeldt, Das Münzwesen der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten bis zum Anfange der Regierung der Hohenzollern (1889) Nr. 11; R. Kiersnowski, Über die Münzen Jaxas von Köpenick, in: Commentationes Numismaticae 1988, 196-201 Nr. B 11.

Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: http://ikmk.smb.museum/object?id=18216632


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