SMB-digital

Online collections database

Röm. Republik: L. Cassius Longinus
  • Röm. Republik: L. Cassius Longinus
  • Münze
  • 63 v. Chr.
  • Land: Italien (Land)
    Region: Italia (Region)
    Münzstätte/Ausgabeort: Rom
  • Nominal: Denar (ANT), Material: Silber, Stempelstellung: 5, Herstellungsart: geprägt
  • Gewicht: 3,77 g
    Durchmesser: 19 mm
  • Ident.Nr. 18247481
  • Sammlung: Münzkabinett | Antike | Römische Republik (-280 bis -30)
  • © Foto: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Reinhard Saczewski
Description
Vorderseite: Verschleierter Kopf der Vesta nach l. Im l. F. Kontrollbuchstabe I, im r. F. Schale (culullus).

Rückseite: LONGIN III V. Wähler in der Toga in der Vorderansicht, Kopf nach l., wirft ein mit V beschriftetes Stimmtäfelchen (tabella) in einen Weidenkorb (cista).

Kommentar: Mit den Kontrollbuchstaben ist auf der vorliegenden Emission eine Besonderheit verbunden: Ermittelt man alle vorkommenden und setzt sie in der richtigen Reihenfolge zusammen, ergeben sie den Namen des Münzmeisters, 'L CASSI'. - Der Vestakopf der Vorderseite erinnert an einen vom Urgroßvater des Münzmeisters geleiteten Prozess gegen drei unkeusche Vestalinnen. Die Vestalinnen waren zunächst einer Verurteilung entgangen, doch dann wurde der Prozess neu aufgerollt. Zu diesem Zweck wurde der für seine moralische Strenge bekannte L. Cassius Longinus Ravilla 113 v. Chr. zum Richter (Quaesitor) bestellt. Er setzte eine Verurteilung durch. Der Cululllus gehört zum Tempelgeschirr und ist der Vesta daher als Attribut beigegeben. Nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass auch die Rückseite auf den Prozess des Ravilla Bezug nimmt. Der Buchstabe V auf dem Täfelchen der Rückseitenszene zeigt zunächst einmal nur an, dass der Wähler mit der Formel 'Uti rogas' - 'so, wie Du vorschlägst' einer Gesetzesvorlage zustimmt. Bei dieser Vorlage dürfte es sich nach der Argumentation von Wilhelm Hollstein jedoch um nichts anderes als die Rogatio Peducaea gehandelt haben, also jene heimliche Abstimmung, durch die Ravilla zum Richter bestellt wurde und die die Basis seines Handelns für Sitte und Moral war.

Literatur: Crawford Nr. 413,1 (63 v. Chr.); W. Hollstein, Die stadtrömische Münzprägung der Jahre 78-50 v. Chr. zwischen politischer Aktualität und Familienthematik (1993) 191-196 (datiert 60 oder 59/58 v. Chr.).

Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18247481


SMB-digital is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany License.
Permissions beyond the scope of this license may be available at www.bpk-bildagentur.de.