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Hardegen, Lucia Maria: Muse Macht Moneten
  • Hardegen, Lucia Maria: Muse Macht Moneten
  • Medaille
  • 2015
  • Land: Deutschland (Land)
    Region: Nordrhein-Westfalen (Region)
    Münzstätte/Ausgabeort: Bonn
  • Material: Bronze, Stempelstellung: 6, Herstellungsart: gegossen
  • Gewicht: 382 g
    Durchmesser: 119 mm
  • Ident.Nr. 18247755
  • Sammlung: Münzkabinett | Medaillen | 20. Jh. bis heute (1900 bis heute)
  • © Foto: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Reinhard Saczewski
Beschreibung
Vorderseite: Weibliche Figur wirft Geldstücken und Scheinen einen Luftkuss zu. Rechts Auktionatorhammer und Block, daneben männlicher Torso, darunter Tafel und Kanne. Oben mittig eine Staffelei mit aufstrebendem Preisindex. Auf dem Hals Signatur LH 2015.

Rückseite: MUSE / MACHT / MONETEN. Die Aufschrift in einem Doppelrahmen. Über das Rund verteilt fallende Geldstücke sowie zwei Geldscheine.

Kommentar: Beitrag zur Edition MUSE MACHT MONETEN. - Bildliche Umsetzungen der Schlagworte Muse, Macht und Moneten bilden die Koordinaten der vorliegenden Medaillenvorderseite. Im Mittelpunkt steht das Geld: Zentral positioniert regiert es die Kunst gleichsam nach allen Seiten hin. Nach links in Bezug auf die Muse, die Schutzgöttin aller Künstler, und nach rechts in Bezug auf den Kunstmarkt, vertreten durch den Auktionatorenhammer mitsamt Block sowie diverse Kunstgegenstände.
An der eingezogenen Wange und dem gespitzten Mund kann man erkennen, dass die Muse einen koketten Luftkuss gibt. Sie flirtet jedoch nicht mit der Kunst, sondern mit dem Erlös daraus: Kunst wird zu Kommerz. Stiller Indikator des Geschehens ist die Staffelei mit Preisindex im Hintergrund oben. Der Index bildet gleichsam die Überschrift: Kunst und Markt geht es gut, die Prognose ist positiv. Auf Auktionen werden auch weiterhin Rekordzahlen erzielt werden. Die Rückseite hingegen deutet vorsichtig die zwangsläufige Aporie an, in welche diese ungesunde Verquickung von Kunst, Macht und Geld hineinführt. Nimmt man die Medaille in die Hand, stellt man
fest, dass Hardegen die Vorderseite zur Rückseite um 180° verstellt hat. Damit zeigt sie an, dass die Muse das ihr in die Hände fallende Geld nicht (be-)hält, sondern dass es ihr entgleitet und gleichsam auf den Revers durchrutscht: wie gewonnen, so zerronnen.

Literatur: A. Küter - B. Weisser, Kunst prägt Geld: MUSE MACHT MONETEN. Das Kabinett 16 (2016) 211 f. Nr. C 12 mit Abb. (dieses Stück).

Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: http://ikmk.smb.museum/object?id=18247755


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