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Rakowski, Wadim: Muse Macht Moneten
  • Rakowski, Wadim: Muse Macht Moneten
  • Medaille
  • 2015
  • Land: Deutschland (Land)
    Region: Brandenburg (Region)
    Münzstätte/Ausgabeort: Berlin
  • Material: Bronze, Herstellungsart: gegossen
  • Gewicht: 889 g
    Durchmesser: 99-99 mm
  • Ident.Nr. 18248565
  • Sammlung: Münzkabinett | Medaillen | 20. Jh. bis heute (1900 bis heute)
  • © Foto: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Reinhard Saczewski
Description
Vorderseite: MUSE / MACHT / MONETEN. Oben rechts angeschnitten der metallisch glänzende Negativabdruck einer vergrößerten 1 Euro-Münze. Auf mattem Grund mit weich anmutender Textur die Aufschrift. Am linken Rand die Signatur.

Rückseite: Auf mattem Grund die goldenen Negativabdrücke von drei vergrößerten 1 Euro-Münzen. Versetzt mittig ein vollständiges Stück, die anderen zwei angeschnitten.

Kommentar: Hergestellt (Modellerstellung, Silikonform und Bronzeguss) bei der Skulpturengießerei Knaak, Berlin. Vergoldung durch die Firma Schröder Galvanik e.K. - Bei dem vorliegenden Stück handelt es sich um einen Beitrag des Berliner Künstlers Wadim Rakowski zur Medaillenedition MUSE MACHT MONETEN. Auf der Vorder- und Rückseite befinden sich die stempelähnlichen Negativabdrücke einer vergrößerten Euromünze. Die Abdrücke wurden jeweils durch Galavanisierung vergoldet. Die Silikonformen für die Euromünze ließ Rakowski in 3-D-Drucktechnik anfertigen. Ausgangspunkt für Rakowskis Schaffen ist ein Ausspruch von Albert Camus: 'Kunst und nichts als die Kunst ... wir haben die Kunst, um nicht an der Wahrheit zu sterben'. Camus bezieht sich dabei seinerseits auf Friedrich Nietzsche, der in der Geburt der Tragödie sagt: 'Die Kunst allein vermag ... jene Ekelgedanken über das Entsetzliche oder Absurde des Daseins ins Absurde umzubiegen, mit denen es sich leben lässt.' Aus dem Jahr 1888 stammt folgender Gedanke: 'Die Kunst und nichts als die Kunst! Sie ist die große Ermöglicherin des Lebens, die große Verführerin zum Leben, das große Stimulans des Lebens.' Ähnliche Gedanken stammen von Camus und finden sich etwa in seinem Werk 'Der Mythos von Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde'. Kunst hat für Camus existentielle Bedeutung, da mit ihrer Hilfe die Absurdität der Realität bewältigt werden kann. Kunst vermag das Leben zu intensivieren und in seiner Widersprüchlichkeit und Komplexität abzubilden. Mit Nietzsche und Camus ist die Kunst als rettende Gegenwelt zu verstehen: Sie hilft, eine Auszeit von der oft bedrückenden Realität zu nehmen. Zieht man sich mit der Kunst auf eine metaphysische Ebene zurück, kann man für eine Weile den Problemen der eigenen Gegenwart durch diese Gegenwelt entkommen. Dass nun Kunst in der Lage ist, die Realität mit ihren oftmals zweckgebundenen Notwendigkeiten zu überhöhen, zeigt nach Wadim Rakowski schon die Antike: In griechischen Münzen sieht er das größte Denkmal antiker Kunst, obgleich doch die Geburt der Münzen allein durch die Notwendigkeit bedingt war, ein anerkanntes Tausch- und Zahlungsmittel zu schaffen. Griechische Künstler, die auch als Stempelschneider arbeiteten, schufen über das Medium Münze jedoch bis heute als vorbildlich geltende, stilbildene Kunstdenkmäler mit ungebrochener Wirkkraft. Seit dieser Zeit ist die Kunst mit den Moneten verbunden, und diese Rückgriffe sind bis heute selbst in der Eurowährung erkennbar. Dies bewirkt nach Ansicht des Künstlers eine unlösbare, beinahe schon körperliche oder genetische Verbindung zwischen Geld und Kunst, die die Muse zu einer Ersatzmutter (Rakowski) des Geldes macht. In diesem Sinne folgt der Künstler dem Thema der Edition ganz wörtlich: Muse 'macht' Moneten, Kunst gibt dem Geld seine Gestalt.

Literatur: A. Küter - B. Weisser, Kunst prägt Geld: MUSE MACHT MONETEN. Das Kabinett 16 (2016) 228-230 Nr. C 24 mit Abb. (dieses Stück).

Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: http://ikmk.smb.museum/object?id=18248565


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