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  • Kleid aus Windel- und Geschirrtüchern
  • 1980 - 1985
  • Gebrauchsort: Berlin (Ost)
  • Baumwollgewebe, Lurexborte, Glasperlen; Hausschneiderei; Zweitverarbeitung
  • Länge: 130 cm , Oberweite: 122 cm
  • Ident.Nr. I (26 H) 439/1989
  • Sammlung: Museum Europäischer Kulturen
  • © Foto: Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Beschreibung
Objektverknüpfungen
Kleid aus braun gefärbter Baumwolle (Windel u. Geschirrtüchern); weiter gerader Ausschnitt mit Tunnelzug, Zugband aus geflochtener Tresse mit je einer Holzperle an den Enden; Oberteil aus schwarz getreiftem Baumwollstoff (Geschirrtuch) mit verschiedenfarbigen Perlen bestickt; tiefsitzender Rockteil aus drei eingereihten Stoffteilen, Mittelstück mit drei Biesen; umlaufend 3 Reihen braune Tresse, über der oberen Stufe zusätzlich ein silbernes glitzerndes Geschenkband; lange Ärmel mit Zugeinrichtung (Gummi oder ähnliches fehlt).
Zum Kleid gehört die Jacke I (26 G) 438/1989, beides hat die Vorbesitzerin selbst entworfen und genäht. Ein Foto der Trägerin im Kleid mit Jacke von 1984 ist vorhanden.
Kleider dieser Art bezeichnete man in den 1980er Jahren in der DDR auch als "Polenkleid", weil man sie in Polen kaufen konnte. Die Kleider wurden aus selbst gefärbtem Baumwollstoff genäht. Sie hatten einen hängenden Schnitt ohne Taille und waren folkloristisch verziert. Man konnte sie zusammen mit dem passenden Schmuck zuerst auf den Märkten in Polen, aber bald auch auf Märkten der DDR kaufen. Die Herstellung von Kleidern und auch Schmuck waren eine gute Einnahmequelle für kreative junge Leute.
In der Bundesrepublik wurden Kleider dieser Art, ebenfalls nach ihrem Herstellungsland, indische Kleider genannt.


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