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Bildhauermodell eines linken Fußes mit demotischer Aufschrift
  • Bildhauermodell eines linken Fußes mit demotischer Aufschrift
  • Bildhauermodell (Kleinkunst / Modell)
  • 30. Dynastie–frühe Ptolemäerzeit
    Genauer: frühes 4. Jh. v. Chr.
  • Provenienz unbekannt (Ägypten)
  • Kalkstein (Material / Stein)
  • 9 x 5,5 x 16,2 cm
  • Ident.Nr. ÄM 15316
  • Sammlung: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung | Ägyptisches Museum
  • © Foto: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Sandra Steiß
Description
Das Bildhauermodell stellt einen menschlichen linken Fuß auf einer quadratischen Basisplatte dar. Die etwas gespreizten Zehen wurden bereits poliert. Auf der glatten Oberfläche oberhalb des Fußgelenks sind überlappend ein sich in einem Rechteck befindlicher Falke und die Hilfslinien für die Proportionen des Fußes geritzt. Weitere Hilfslinien sind an den Seiten sowie auf der Unterseite der Basisplatte zu erkennen. Außerdem sind demotische Inschriften neben einigen unerkennbaren Einritzungen auf der Unterseite der Basisplatte und am Fuß eingraviert.
Neben Gesichtern sind die menschlichen Endglieder, wie die Hände und Füße, kompliziert zu formen. Daher schufen die Bildhauer häufig zuerst Modelle oder Übungsstücke der einzelnen Körperglieder in verkleinertem Maße, um die unterschiedlichen Posen und Strukturen der Muskulatur bei der darzustellenden Bewegung zu studieren.
In den Inschriften, die in einem flüchtigen Duktus geritzt worden sind und zum Teil unleserlich erscheinen, wird der Name Hor-chebti mehrfach genannt. Dass an einer Stelle der Name zweimal hintereinander auftritt, spricht möglicherweise für die Interpretation als Personenname und somit für eine Übersetzung mit: „Hor-chebti, (Sohn von) Hor-chebti.“
Insgesamt ist lediglich eine kleine Anzahl an Bildhauermodellen mit Inschriften belegt. Die Inhalte dieser Inschriften stehen meist in keiner Verbindung zu den dargestellten Gegenständen. Es lässt sich daher vermuten, dass diese Modelle aufgrund ihrer geglätteten Oberflächen sekundär als praktische Schreib- bzw. Übungsoberflächen – möglicherweise von den Bildhauern selbst – genutzt wurden. Das Gleiche gilt auch für die Ritzung des Falken in einem Rechteck, der vermutlich erst später auf der glatten Oberfläche zusammen mit den Hilfslinien eingraviert wurde.
(I. Liao)


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