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Stele des Wen-nechu
  • Stele des Wen-nechu
  • Relief (Stele)
  • Ramses II.
    Datierung engl.: Ramesses II
  • Deir el-Medine (Ägypten / Oberägypten / Theben-West)
    möglicherweise aus TT 290 (?) (Grab)
  • Kalkstein (Material / Stein)
  • 38,5 x 25 x 7 cm
  • Ident.Nr. ÄM 31291
  • Sammlung: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung | Ägyptisches Museum
  • © Foto: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Jürgen Liepe
Description
Die Stele des Wen-nechu gliedert sich in zwei Register. Das obere Bildfeld wird von der Darstellung zweier thronender Götter bestimmt. Links befindet sich Amun-Re mit der Doppelfederkrone und rechts Re-Harachte, der falkenköpfige Sonnengott. Beide sitzen sich gegenüber und halten jeweils ein machtsymbolisierendes Was-Zepter in der Hand. Der Stifter des Denksteines ist im unteren Register in betender Haltung zu sehen. Die Inschrift beinhaltet ein Gebet mit der Bitte an die oben dargestellten Gottheiten um „Leben und Wohlergehen“ sowie dem Wunsch nach einem „schönen Begräbnis“ im „großen Westen von Theben“. Zwischen den erhobenen Händen Wen-nechus steht in der senkrechten Kolumne außerdem sein Titel „Diener an der Stätte der Wahrheit“. Damit kann eine sichere Aussage über die Herkunft der Stele getroffen werden: Sie stammt aus dem Ort, der heute Deir el-Medine genannt wird. In dieser planmäßig angelegten Arbeitersiedlung in Theben-West lebten seit Beginn des Neuen Reiches Handwerker und Künstler mit ihren Familien. Sie waren mit dem Bau und der Dekoration der Königsgräber im Tal der Könige beauftragt. Die Arbeiter legten ihre eigenen Gräber in unmittelbarer Nähe zur Stadt an, die eine bemerkenswerte Ausschmückung aufweisen. Aufgrund ihres Berufes stellten sie zum Teil auch ihre eigenen Stelen her, die entweder im Grabbereich oder als Votivstelen im Tempel ihre Aufstellung fanden. Die Darstellung der Gottheiten im oberen Bildfeld spricht zunächst für eine Platzierung im Tempelbezirk. Doch die direkt formulierte Bitte an die Götter ist ein Zeichen persönlicher Frömmigkeit. Damit besteht die Möglichkeit, dass das Objekt aus dem Grabbezirk des Wen-nechu stammt und dort im Hof oder in einer Nische der Kapelle aufgestellt war.
(M. Jung)


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