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Statuette einer Affengruppe
  • Statuette einer Affengruppe
  • Statuette (Rundbild)
  • Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG), Auftraggeber
    Borchardt, Ludwig (5.10.1863 - 12.8.1938), Grabungsleiter
  • Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
    Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
  • O 48.01 (Gehöft) (Ägypten / Mittelägypten / Amarna)
  • Kalkstein (Material / Stein); bemalt
  • 5 x 2 x 3 cm
  • Ident.Nr. ÄM 28773
  • Schenkung James Simon, 1920
  • Sammlung: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung | Ägyptisches Museum
  • © Foto: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Sandra Steiß
Beschreibung
In mehreren privaten Wohnhäusern in Achet-Aton fanden sich kleine Affenstatuetten, die in ihrer spezifischen Erscheinung als ausschließlich auf die Amarna-Zeit beschränkt gelten.
Auch wenn sich die Statuetten untereinander im Aussehen unterscheiden, lassen sich doch konkrete wiederkehrende „Themen“ erkennen: Es finden sich z.B. Szenen, in denen ein größerer Affe sich fürsorglich um einen kleineren kümmert, wobei die Vermutung nahe liegt, dass es sich bei Letzterem um ein Jungtier handelt (ÄM 28773).
Kleine – durchaus vergleichbare – Affenfiguren wurden seit der ägyptischen Frühzeit in Tempelarealen gefunden, was darauf hinweisen kann, dass sie als Votivgaben verschiedenen Gottheiten geopfert wurden.
Es ist darüber hinaus denkbar, die Figuren dem Fruchtbarkeitskreis um die Göttin Hathor (als Göttin der Liebe, des Schutzes, der Freude und des festlichen Vergnügens mit Speisen, Trank und Musik) zuzuschreiben. Aspekte dafür finden sich in den sich stets wiederholenden Elementen „Jungtier und Mutter“, „Essen und Trinken“ sowie „Musizieren“. Im Falle einer solchen Zuweisung könnten die Affenfiguren Ausdruck „persönlicher Frömmigkeit“ der Bevölkerung Achet-Atons sein und als magische Amulette gedient haben, die Schutz für Mutter und Kind wie auch allgemein Gesundheit und Glück versprechen sollten. Dadurch würden sie ein heimisches Gegengewicht zum offiziellen Staatsglauben bilden, der von Echnaton um seinen einzigen Gott Aton popagiert wurde.
Zuweilen werden den Affenfigürchen jedoch auch karikaturhafte Züge zugeschrieben, zumal sie als Tiere in den verschiedensten typisch menschlichen Tätigkeiten gezeigt werden. Da die Statuetten darüber hinaus recht klein und nur rudimentär gearbeitet und bemalt wirken, lässt sich auch eine Funktion als Spielzeug nicht völlig ausschließen. Eine eindeutige Interpretation der Affengruppen kann daher noch nicht geleistet werden.
Nach: Hanus, Ch., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 240 (Kat.-Nr. 26).


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