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Fragmente eines Porträtkopfes Amenophis' IV.
  • Fragmente eines Porträtkopfes Amenophis' IV.
  • Statue (Rundbild)
  • Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG), Auftraggeber
    Borchardt, Ludwig (5.10.1863 - 12.8.1938), Grabungsleiter
  • Historische Datierung: Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
    Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
  • P 47.02-03 (Ägypten / Mittelägypten / Amarna / P 47 / P 47.01-03 (Anwesen))
    Im Brunnen (FJ 375) & P 47.03, Raum 29 (FJ 1356)
  • Kalzit-Alabaster (Travertin) (Material / Stein)
  • siehe Unterdatensätze
  • Ident.Nr. ÄM 21290
  • Schenkung James Simon, 1920
  • Sammlung: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung | Ägyptisches Museum
  • © Foto: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Beschreibung
Ursprünglich gehörten zu diesen Objekten 11 weitere Bruchstücke, zu denen u. a. ein Fragment mit einer Kartuscheninschrift zählte. Jene wurden während Restaurierungsarbeiten an einen anderen Kopf (ÄM 21290) angefügt, der vermutlich im Krieg verloren ging. Erhalten geblieben sind lediglich Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus dem Fotoarchiv des Ägyptischen Museums, die Marianne Eaton-Krauss als Vorlage zur Besprechung des Objektes innerhalb ihres Artikels dienten. Der Kopf wurde im Brunnen der Häuser P 47.2/3 aufgefunden. Er stellt aufgrund der Überreste einer Seitenlocke und einer auf dem Schädel angebrachten Uräus-Schlange das Bildnis eines Königs im Kindesalter dar. Das unterhalb der zerstörten Mundpartie ansetzende Fragment wurde von Borchardt als Rest eines Arms mit Hand, die den Finger an den Mund führt, interpretiert. Die Kartusche „der dem Aton wohlgefällig ist“ und das daran anschließende Epitheton „groß sind seine Erscheinungen“ verraten, dass es sich hier um das Bildnis Echnatons handelt – wobei die Darstellungsweise als kindlicher König als außergewöhnlich zu bezeichnen ist. Da Echnaton nicht als Kind die Regentschaft übernahm, deutet Eaton-Krauss diese Kinddarstellung als Ausdruck der Vater-Sohn-Beziehung zwischen Aton und Echnaton. Datiert wird das Stück in die Spätphase der Amarnakunst, da sich zusätzlich anhand der schwarzen Bemalung Parallelen zur gleich datierten Nofretetestatuette (ÄM 21263) ziehen lassen.
Die restlichen hier vorliegenden Bruchstücke wurden seit Langem fälschlicherweise allesamt dem Kopf des Echnaton zugewiesen und erhielten aus diesem Grund dieselbe Inventarnummer. Doch hat ein erneutes Sichten der Fragmente ergeben, dass weder die Locke, noch die anderen Stücke an den Kopf hätten angebracht werden können. Infolgedessen wurden diese uminventarisiert.
Aus: Mettlen, J., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 354 (Kat.-Nr. 132).


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