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Kopf einer Statue des Königs Sesostris III. mit oberägyptischer Krone
  • Kopf einer Statue des Königs Sesostris III. mit oberägyptischer Krone
  • Statue (Rundbild)
  • Sesostris III.
    Senwosret III
  • Karnak (? / Ägypten / Oberägypten)
  • Rosengranit (Material / Stein / Granit)
  • 21 x 7,5 x 16,5 cm
  • Ident.Nr. ÄM 9529
  • Sammlung: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung | Ägyptisches Museum
  • © Foto: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Sandra Steiß
Description
Dieser vermutlich zu einer Stand-Schreit-Figur gehörende, unbeschriftete Statuenkopf kann aufgrund der charakteristischen Gesichtszüge dem König Sesostris III. zugewiesen werden. Die herabhängenden Augenlider, die stark hervortretenden Jochbeine, die eingefallenen Wangen und die leicht nach unten gezogenen Mundwinkel treten in dieser Weise nur bei Sesostris III. und seinem Sohn und Nachfolger Amenemhet III. auf. Die beiden sind die bedeutendsten Herrscher des Mittleren Reiches, einer Epoche, die von politischer Stabilität, ausgeprägtem Wirtschaftswachstum und dem Aufblühen von Kunst und Literatur geprägt war. Das Mittlere Reich folgte auf die sogenannte 1. Zwischenzeit, eine Phase politischer Unruhen und fehlender Zentralgewalt. Der Begründer der 12. Dynastie, Pharao Amemenhet I., stellte die Stabilität des Reiches wieder her. Allerdings konnte er nicht im vollen Umfang an das gottgleiche Königtum des Alten Reiches anknüpfen. Der Pharao (ägypt. per aa = „großes Haus“) galt zwar weiterhin als eine dem Volk entrückte Persönlichkeit, aber er war nicht mehr ein Gott auf Erden, sondern nur noch der höchste Priester des Landes und damit direkter Vermittler zwischen den Menschen und den Göttern. Vor diesem Hintergrund werden die sehr individuell anmutenden Bildnisse der Pharaonen dieser Zeit, insbesondere von Sesostris III. und seinem Sohn, verständlich. Ihre Statuen zeigen ganz deutlich ihre menschliche Natur, die Jugend, aber auch das Alter. Damit vermitteln sie eine Glaubwürdigkeit, mit der die Pharaonen das Land souverän beherrschen, aber auch gleichzeitig Freiraum schaffen konnten für die literarische Auseinandersetzung der Eliteschicht mit den politischen Gegebenheiten der diesseitigen Welt und den Fragen nach einem Leben im Jenseits. Einige der bedeutendsten Literaturwerke entstehen in dieser Zeit der Stabilität und des Freigeistes. Sesostris III. achtete – wie alle Pharaonen – darauf, die Tradition des Königtums, das sich schon zu Beginn des 3. Jtsd. v. Chr. ausgeprägt hatte, weiterzuführen. Daher erscheint er in dieser, Repräsentationszwecken dienenden Statue mit der Weißen Krone Oberägyptens, zu der wahrscheinlich ein Pendant mit der Roten Krone Unterägyptens existiert hat. Damit symbolisiert er seine uneingeschränkte Macht über die beiden Landesteile Ägyptens.
(O. Zorn)


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