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Imitat eines griechischen Psykters mit einem figürlichen Fries und Weinrankendekor
  • Imitat eines griechischen Psykters mit einem figürlichen Fries und Weinrankendekor
  • Sonderform (Gefäß)
  • Francis Llewellyn Griffith (27.5.1862 - 14.3.1934), Grabungsleiter
  • Historische Datierung: Meroitisch bis Post-Meroitisch
  • Faras (Sudan / Nubien)
    "Meroitic Cemetery"
    2663 (Grab)
  • Kaolin (Material / Ton, gebrannt); bemalt
  • 23,2 x 18 cm
  • Ident.Nr. ÄM 20890
  • Sammlung: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung | Ägyptisches Museum
  • © Foto: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Sandra Steiß
Beschreibung
Dieses, für den nubischen Kulturraum eher untypische Gefäß erinnert stark an die griechischen Psyktere. In der Regel bestehen Psyktere aus einem bauchigen Körper mit hohem Hals und Fuß. Psyktere wurden für das Kühlen von Wein verwendet. Bei diesem Exemplar handelt es sich jedoch um ein Imitat, denn der hohe Fuß und auch das kugelige Oberteil sind hohl.
Das aus einem Grab in Faras stammende Objekt ist bis auf den Untersatz vollständig bemalt. Am Übergang vom kurzen Hals zur Schulter wurde ein breiter, schwarzer Streifen aufgemalt, der als Abschluss eines, heute kaum noch erkennbaren, Gräten-Netz-Musters dient. Direkt angrenzend verläuft ein Flechtmuster über den gesamten Schulterbereich. Unterhalb dieser geometrischen Verzierung beginnt die figürliche Szene, dessen Hauptmotiv eine menschliche Figur mit einem Stock und einem hinter ihr stehenden Ibis zeigt. Weiterhin wechseln sich tierische Motive mit dem für Schutz stehenden ägyptischen Sa-Zeichen ab. Auf halber Höhe verläuft eine schmaler Streifen horizontal um den Bauch des Gefäßes, der von der menschlichen Figur und dem Ibis durchbrochen wird und möglicherweise als Wasserlinie zu deuten ist. Die untere Hälfte des Objektes wird von floralen Mustern ausgefüllt, welche stilisierte Weinranken abbilden.
Weder der Boden des Gefäßes noch der des Untersatzes sind geschlossen, sodass nicht von einem zweckgerichteten Gebrauch ausgegangen werden kann. Es handelt sich hierbei vielmehr um ein formgleiches Gefäß, dessen Weindekor auf die originäre Verwendung zum Kühlen von Wein Bezug nimmt.
(N. Overesch)


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