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Statuette, Aufsatzfigur: Flötenspieler beim Symposion
  • Statuette, Aufsatzfigur: Flötenspieler beim Symposion
  • Applik (Gerät)
  • Mitte 6. Jh.v.Chr.
    Genauer: um 550 v.Chr.
  • Fundort: Arkadien? (Griechenland)
    Erwerbungsort: Schweiz
  • Bronze
  • Länge: 10,5 cm
  • Ident.Nr. 1979.1
  • 1979 erworben
  • Sammlung: Antikensammlung
  • © Foto: Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Johannes Laurentius
Description
Mit gerade aufgerichtetem Oberkörper und fast rechtwinklig dazu ausgestreckten Beinen liegt der Flötenspieler auf einem imaginären Speisesofa. Nur unter seinem linken Arm ist die Ecke eines Kissens zu erkennen. Der Musikant ist mit einem Mantel aus schwerem, faltenlosem Stoff bekleidet, der den Unterkörper bedeckt und über die linke Schulter herabfällt. Die Statuette gehörte ursprünglich zusammen mit weiteren, nicht mehr erhaltenen Figuren zum plastischen Schmuck eines archaischen Bronzekessels. Mittels zweier Nägel war sie ehemals auf dem weiten Mündungsrand des Gefäßes befestigt. So wie der Kessel zur Aufnahme des Weins während des Symposions diente, so stand auch sein Bildschmuck mit der Welt des griechischen Gelages in Zusammenhang. Aus verschiedenen Landschaften Griechenlands sind zum Teil sehr ähnliche Bronzestatuetten bekannt geworden. Sie alle sind durch ihre Haltung als Teilnehmer am Symposion charakterisiert. Während allerdings die meisten von ihnen Trinkhörner oder Becher in den Händen halten, spielt der Berliner Zecher mithilfe eines um Kopf und Mund gelegten Lederriemens, der so genannten „phorbeia“, die typische Doppelflöte („auloi“). Vielleicht ist die Statuette als Darstellung eines musikalischen Wettstreits unter den Symposiasten zu verstehen. Entsprechende Wettbewerbe sind auch literarisch überliefert.

Die Antikensammlung. Altes Museum, Pergamonmuseum 3. Aufl. (2007) S. 51 Nr. 23 (N. Franken).


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