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  • Gefäß (Fragment)
  • Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939), Sammler
  • Policromo Medio (800 - 1350)
  • Costa Rica
    Guanacaste (Provinz)
    Santa Cruz (Kanton)
    Santa Bárbara (Ort)
  • Ton
  • Objektmaß: 20,1 x 18 x 6,3 cm
    Mündung: 11 cm
    Wandstärke: 0,7 cm
  • Ident.Nr. IV Ca 47439 b
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Beschreibung
Wandfragment mit Bodenansatz. Das Objekt gehört zu einem ovaloiden, halslosen Krug mit Standfuß. Es besitzt eine tiefständige, horizontale Wulst, die den Bodenansatz markiert. Die Keramik wurde beidseitig geglättet, geschlämmt und grundiert. Ihre Außenseite ist polychrom bemalt und poliert. Bemalung und Grundierung sind partiell erodiert. Das Fragment wurde aus drei Scherben zusammengesetzt. Die Objekte IV Ca 47439a-e gehören zu verschiedenen Gefäßen.

Die Keramik besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die auf der Außenseite des Gefäßes rot-orange und schwarz-braun bemalt wurde. Unterhalb des Randes verläuft ein horizontaler Fries, der aus ineinander verzahnten Stufenelementen besteht. Darunter befindet sich eine hochständige, horizontale Bildfolge. Sie zeigt ein rotes, zoomorphes Wesen, das Lothrop (1926) als plumed serpent, motive B und C klassifiziert. Die mittelständigen Körperpartien blieben unverziert. Sie werden durch vier waagerechte, rot-orange Bänder begrenzt. Oberhalb der horizontalen Wulst verläuft ein weiterer Fries, der die unterrandständige Verzierung invertiert. Auf der Innenseite der Keramik sind unregelmäßige Spuren einer weiß-gelblichen Grundierung sichtbar. Symbolische Bedeutung: das zoomorphe Wesen vereint Schlangen- und Katzenattribute. Das Objekt gehört nach Bransford (1881) zur Sta. Helena ware. Lothrop (1926) diskutiert dieselbe Gruppe unter seiner highland polychrome ware.

Kulturelle Bedeutung: die Objekte der Gruppe Papagayo Policromo stehen in der Region Gran Nicoya am Anfang der polychromen Bemalung auf weiß-gelblicher Grundierung. Die Tradition dauerte bis ins Policromo Tardío (1350-1520d.C.) an. Ihre Verzierungen zeigen einen starken mesoamerikanischen Einfluß. Er manifestiert sich unter anderem in der Verdrängung von Echsen- und Fledermausthemen durch Raubkatzen- und Schlangendarstellungen.
(Künne 2004)


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