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  • Brust- und Rückenpanzer
  • Fritz Weiss (23.2.1877 - 22.10.1955), Sammler
  • vor 1912
  • China (Land)
    Sichuan 四川省 (Provinz)
    Yizú (chin 彝族,alt Lolo) /Eigenbezeichnung Nuoxhxop (Ethnie)
  • Leder, Urushi
  • Höhe: 37 cm
    Durchmesser: 48 cm
  • Ident.Nr. I D 24966
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Ost- und Nordasien
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Description
Aus der Erstveröffentlichung:
"4. Panzer. a) Neuer Panzer. I.D. 24966 (Taf.III,2). Der Panzer besteht aus zwei grossen Platten für Brust und Rücken, acht kleineren Platten zum Schutz des Leibes und einem Hüftkranz von sechs Reihen kleinerer Platten. Die Platten bestehen sämtlich aus dickem Leder, das innen gelb und außen rot lackiert ist. Die Verbindung der Platten untereinander erfolgt durch Verschnürung vermittels weißer Lederstreifen.
Die Grundlage der Konstruktion bildet für die Vorder- wie für die Rückseite des Panzers je ein Stab aus dem gleichen Material wie die Platten,19 cm lang, 4 cm breit, oben etwas zugespitzt, außen rot und innen schwarz lackiert. An den Stab schließen sich rechts und links zwei Platten an, die von dem Stabe überlagert werden und mit ihm durch je vier Löcher hindurch verschnürt sind. Der obere zugespitzte Teil des Stabes liegt in einer Nase auf der Innensseite des Brust- resp. Rückenschildes. Dieses Schild wird in seiner Lage gehalten durch Verschnürungen, die es durch ein Loch mit dem Mittelstab, durch je drei Löcher mit den sich an diesen anschließenden Platten verbinden.
Das Brustschild zeigt oben, herzförmig, eine Einbuchtung, seine Höhe an den höchsten Stellen beträgt ca. 36 cm, seine untere Breite 23 cm.
Das Rückenschild entspricht bin seiner Form im allgemeinen dem Brustschild, zeigt oben aber eineSpitze und ist bis zu dieser 38 cm hoch. Die mittleren Vorder- und Rückenplatten haben ungefähr die gleiche Form und Maße, es sind Rechtecke von 18 zu 12 cm. Die Seitenplatten sind oben ausgebuchtet, um die Bewegungender Arme nicht zu hindern und messen unten 10 1/2 cm bei einer geringsten Höhe von 17 cm und einer höchsten Höhe von 24 cm. Die Platten überlagern einander und sind untervsich durch Lederverschnürungen, die durch je vier Löcher hindurchgehen, verbunden. Die beiden Seitenplatten rechts sind nicht verbunden, um das Anlegen des Panzers zu ermöglichen. Wo die Platten aufeinander liegen, ist zu ihrer Schonung ein Streifen blauen Zeuges zwischen ihnen befestigt. An dem unteren Rande der großen Platten sind, diese überlagernd, die kleinen Platten der obersten Reihe des Hüftkranzes befestigt, ebenfalls - wie die großen Platten untereinander - mit Lederstreifen, die nach unten laufen, dann durch Löcher in den Platten der zweiten reihe gehen, die die erste überlagert, und weiterhin ebenso die dritte, vierte, fünfte und sechste REihe der kleinen Platten tragen. Jede Plattenreihe bist etwas größer, so daß´der ganze Hüftkranz, sich nach unten verbreiternd, ziemlich steif und weit vom Körper absteht. Während die Taillenweite des geschlossenen Panzers nur 80 (!) cm beträgt, ist der äußere Umfang der untersten Plattenreihe des Hüftkranzes etwa 175 cm. Die Platten der letzten Reihe sind zudem am unteren Rande in fast rechtemn Winkel nach außen geknickt und verstärken so den Eindruck des Abstehens. Die BEfestigung des Panzers auf dem Körper geschieht anscheinend lediglich durch einen breiten Lederstreifen, der durch die Verschnürung der obersten Plattenreihe des Hüftkranzes läuft und an einem Ende eine Schlaufe trägt. Der Befestigung dient wohl auch ein breiter Riemen, der an den Enden geteilt und mit diesen in den beiden Vorder- und Rückenplatten festgeknotet ist. Es scheint, als wenn dieser Riemen bestimmt sei, über eine Schulter gelegt zu werden.
Das helle Rot des Panzers, sowie die gelbe Bemalung der Brust - und Rückenschilde und der Platten geben im Verein mit der weißen Lackverschnürung, die auf den beiden Mittelstäben besonders kunstvoll ist, dem Panzer einschmuckes Aussehen. Der Schutz, den der Panzer gewährt, kann dagegen nur gegen Pfeilschüsse und vielleicht auch gegen Lanzenstöße einigermaßen wirksam sein, zudem wird durch ihn nur ein Teil des Körpers gedeckt.
Parallelen zu diesem Panzer sind kaum bekannt, doch scheint - soweit sich nach den erhaltenen Bildern urteilen läßt - eine gewisse, wenn auch entfernte Verwandtschaft mit den alt-chinesischen Panzern vorhanden zusein." Zitat aus: Mueller, Herbert: Beiträge zur Ethnographie der Lolo. Katalog der Sammlung Weiss im Kgl. Museum für Völkerkunde zu Berlin. In: Baessler-Archiv, Band III, 1913, S.58 f, Taf. III,2.
Vgl. auch : Nahser, Siegmar: Die Yi-Sammlung in den Staatlichen Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum. In: Chinas Volk der grossen kühlen Berge. Die Yi gestern und heute. Duisburg (Kultur- und Stadthistorisches Museum), 2006, S. 63


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